Hanf Cannabis

Hanf, Cannabis – Beschreibung: Hanf ist eine einjährige, diözische, bedecktsamige krautige Pflanze. Die Blätter sind handförmig zusammengesetzt (palmat), und die Einzelblättchen haben einen gesägten Rand (serrat). Die Anzahl der Blättchen an einem Blatt schwankt: Die ersten Blattpaare haben gewöhnlich nur ein Blättchen, nachfolgende können bis zu 13 haben (gewöhnlich sieben bis neun, je nach Genetik und Umweltbedingungen). Zur oben am Spross stehenden Blüte hin nimmt die Blättchenzahl wieder bis auf ein Einzelblättchen ab. Die Blätter sind im unteren Bereich vorwiegend gegenständig, weiter oben wechselständig.

Hanf Cannabis ist in der Bundesrepublik Deutschland die am häufigsten gebrauchte und gehandelte illegale Droge.

Inhaltsstoffe: Hanf (Cannabis) enthalt Polyketiden, ätherischem Öl und Flavonoiden.

Verwendete Pflanzenteile: Blättern

hanf cannabis Hanf Cannabis &tagsHanf Cannabis Wirkung und Anwendung: Die Wirkungen von Hanf – Cannabis können je nach Wirkstoffanteil, körperlicher und psychischer Verfassung, Erfahrung mit der Droge sowie Umfeldbedingungen sehr unterschiedlich sein. In der Regel ist eine gewisse Bewusstseinsverschiebung festzustellen, die assoziatives, sprunghaftes Denken und eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses mit sich bringt. Diese Bewusstseinsveränderung kann je nach Bedingungen sehr positive, aber auch sehr negative Empfindungen hervorrufen. Häufige körperliche Effekte sind Mundtrockenheit, Erhöhung des Pulses, Senkung des Blutdrucks und Müdigkeit bzw. Antriebslosigkeit.

Die Cannabis-Pflanze wird seit mindestens 4500 Jahren medizinisch verwendet. Heute wird Cannabis – soweit es die rechtlichen Rahmenbedingungen zulassen – in der evidenzbasierten Medizin und der Alternativmedizin bei vielen Krankheiten eingesetzt. Als Heilmittel oder zur Minderung von Symptomen oder Nebenwirkungen der eigentlichen Behandlung kann es bei Aids, Asthma bronchiale, Epilepsie, Glaukom, Krebs (Nebenwirkungen der Chemotherapie), Migräne, Multipler Sklerose, Morbus Crohn, Atopisches Ekzem, Schmerzzustände, Spastiken und Tourette-Syndrom helfen.

Heilwirkung: Muskel, Epilepsie, Stimmung, Fieber, Aphrodisiakum.

Saat-Hafer

Hafer, Saat-Hafer (Avena sativa) – Beschreibung: Es ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 0,6 bis 1,5 Meter erreicht. Dieses Rispengras hat eine 15 bis 30 cm lange, allseits wendige Rispe (Blütenstand), die zum Teil wiederum verzweigte Rispen trägt, die sich sanft nach unten neigen. An der Spitze tragen die Rispen Ährchen mit zwei bis drei Blüten, von denen meist nur zwei fruchtbar sind. Hafer ist ein Selbstbestäuber. Die spindelförmigen Körner sind bei der Reife mit der kurzbegrannten Deckspelze und der Vorspelze fest verwachsen. Die Spelzen umgeben das eigentliche Korn.

Inhaltsstoffe: Die Bestandteile von Hafer sind 12 % Proteine, 5 % Fett, 12-14 % Ballaststoffe, 63 % Kohlenhydrate und sonst noch Phytosterine, Alkaloide, Provitamin A, Vitamine B1, B2, B6, Pantothensäure, Niacin, Biotin, Folsäure, Kieselsäure, Linolsäure, diverse Mineralstoffe und Spurenelemente. Von allen gängigen Getreidearten enthält er den höchsten Mineralstoffgehalt. Der hohe Eisengehalt ist vergleichbar mit vielen Fleischsorten.

saat hafer avena sativa Saat Hafer &tagsSaat-Hafer Wirkung und Anwendung: Hafer fördert Wachstum, den allgemeinen organischen Aufbau, die Festigkeit der Knochen sowie die Blutbildung. Er wird auch als Kindernährmittel und nach Magen- und Darmoperationen eingesetzt. Die besondere Bekömmlichkeit und leichte Verdaubarkeit von Hafereiweiß und -fett spielen hierbei eine große Rolle.

Bei Nierenerkrankungen, Kreislauferkrankungen und Zwölffingerdarmerkrankungen. Hafer beruhigt das Herz. Die Pflanze ist auch gut gegen Müdigkeit. Der regelmäßige Genuss von Hafer bzw. Haferkleie, z. B. in Form von Haferflocken, kann den Cholesterinspiegel des Blutes senken. Haferstrohbäder helfen gegen Hautverletzungen und gegen Hexenschuss; Haferstroh wird auch als Streu für Tiere genutzt. Haferextrakte oder Hafersaft wird auch in der Raucherentwöhnung verwendet.

Herz- und Gefäßerkrankungen, Senkung des Cholesterinspiegels bei Hypercholesterinämie (bei gleichzeitig kalorienarmer Ernährung), Regulation von hohem Blutdruck (bei gleichzeitig kalorienarmer Ernährung), Senkung des glykämischen Indexes (Diabetes mellitus), (Insulintherapie).

Für viele Allergiker und Betroffene von Sprue, Zöliakie sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist nur Gliadin, nicht aber zugleich auch jedes andere Gluten unverträglich. Die in dieser Weise Betroffenen müssen deshalb zwar die klassischen Getreide (Weizen, Triticale, Roggen und ihre botanischen Vorläufer) meiden, können aber Hafer und Haferprodukte essen. Es muss hier aber sichergestellt sein, dass der Hafer beim lebensmitteltechnologischen Behandlungsprozess nicht mit Weizenmehl usw. verunreinigt wurde.

2004 wurden Ergebnisse einer klinischen Studie an Kindern, die an Zöliakie litten, veröffentlicht. Diese hatten, über ein Jahr entweder eine glutenfreie Diät oder eine glutenfreie Diät mit täglich 25-50 g Hafer erhalten. Hierbei wurde festgestellt, dass kleine Mengen Hafer in der glutenfreien Diät weder die Heilung der Dünndarmschleimhaut noch die Regulation des Abwehrsystems verhindert. Zur genauen Bestätigung der Unschädlichkeit von Hafer sind weitere langfristige Studien notwendig.

Die therapeutische Wirkung des Hafers beruht vermutlich auf der im Haferstroh enthaltenen Kieselsäure und den Mineralstoffen. Die Ballaststoffe sind wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass Hafer cholesterinsenkend und gegen Arterienverkalkung wirkt. Der beruhigende Effekt des Hafers beruht möglicherweise auf dem im Hafer enthaltenen Gramin.

Heilwirkung: Saat Hafer wirkt kräftigend, anregend, blutdrucksenkend, blutzuckersenkend und hiflt bei Durchfall, Ekzeme, Nierenschwäche, Schilddrüsenüberfunktion, Blasenschwäche, Neuralgien, Rheuma, Gicht und Schlaflosigkeit.

Enzian

Enzian (Gentiana lutea) – Beschreibung: Der Gelbe Enzian ist eine 50 bis 140 cm hohe, graugrüne, kräftige mehrjährige krautige Pflanze. Die Blätter sind kreuzweise gegenständig und mit fünf bis sieben bogenförmigen Nerven versehen. Die goldgelben, gestielten Blüten stehen in einer drei- bis zehnblütigen Trugdolde, welche in den Achseln der Hochblätter wachsen.

Die Pflanze wächst sehr langsam und blüht erst mit zehn Jahren, kann aber 40 bis 60 Jahre alt werden. Die Blüten sind im Vergleich zu anderen Enzian-Arten sehr einfach gebaut. Der Nektar wird offen dargeboten.

Inhaltsstoffe: Enzian enthält Bitterstoff, Gerbstoff, Gerbsäure, Gentianose, Gentiopikrin, Inulin, Schleim, Zink.

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel.

enzian gentiana lutea Enzian &tagsEnzian Wirkung und Anwendung: Man kann den Enzian als Tee trinken oder als Tinktur einnehmen.

Der gelbe Enzian wird auch als Fiebermittel benutzt, aber vor allem ist er eines der besten bitteren und verdauungsanregenden Tonika. Er hilft bei Müdigkeit, Untergewicht, Blutarmut, Appetitmangel in der Rekonvaleszenz. In der Volksmedizin gegen Fieber, Gicht, Hypochondrie, Malaria, Darmparasiten und Alkoholismus. Einzian hilft auch bei Verdauungsschwäche und Völlegefühl.

Da bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren die Anregung der Magensäureproduktion das Krankheitsbild verschlechtert, ist die Anwendung von Enzianwurzelzubereitungen kontraindiziert.

Nicht verwenden während Schwangerschaft und Stillzeit.

Heilwirkung: Enzian wirkt antibakteriell, tonisierend und hilft bei Fieber, Schnupfen, Appetitlosigkeit, Blutarmut, Ohnmacht, Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden, Sodbrennen, Verstopfung, Rheuma, Herzbeschwerden, Kalte Hände und Füsse, Menstruationsfördernd, Schwindel und Krampfadern.

Engelwurz / Angelika

Engelwurz / Angelika – Beschreibung: Die schnellwachsende, zweijährige Pflanze wird bis zu 2 Meter hoch und hat tief eingeschnittene, hellgrüne Blätter. Im Spätsommer bringt sie Dolden mit kleinen, hellgrünen Blüten hervor. Die Art wächst sowohl im Schatten wie auch in der Sonne. Sie sollte jedoch vor Wind geschützt werden. Der Echten Engelwurz ähnlich ist die bei uns häufigere Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris). Verwechslungsgefahr besteht mit dem giftigen Wasserschierling (Cicuta virosa).

Inhaltsstoffe: Als Inhaltsstoffe treten ein ätherisches Öl (vorwiegend aus Terpenen bestehend), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz und organische Säuren auf. Die Berührung mit dem Kraut kann zu ‘chemischen Brandwunden’ führen – ab Mai enthält die Pflanze phototoxische Furocumarine, die eine Dermatitis (Photodermatitis, Berloque-Dermatitis) hervorrufen können.

Wirkung von Engelwurz und Anwendung: In der Volksmedizin wurde Engelwurz als Gegenmittel gegen Tollkirschenvergiftung eingesetzt. Sie sollte aber auch bei Alkoholvergiftung wirken.

engelwurz angelika Engelwurz / Angelika &tagsEngelwurz gilt nach wie vor als Universalheilmittel, das antibakteriell wirkt und auch gegen Schimmelpilze hilft. Arzneilich am wirksamsten sind die Wurzeln (Rad. angelicae). Der Tee hilft bei Magen-Darm-Problemen, Rheuma und Bronchitis und wird wie folgt zubereitet. Einen gehäuften Teelöffel fein geschnittener Droge mit kochendem Wasser überbrühen und bedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Bei Appetitmangel mit Honig gesüßt vor den Mahlzeiten eine Tasse warm trinken, bei Blähungen etc. ungesüßt. Die Wurzel regt außerdem die Lebertätigkeit an. Ihre Wirkung bei Blähungen hat ihr in einigen Gegenden auch den spöttischen Namen “Engelpfurz” zugeführt.

Für einen Tee nimmt man einen halben Teelöffel trockene Wurzel auf eine Tasse Wasser. Der Tee wird kalt angesetzt, dann kurz aufgekocht und fünf Minuten ziehen gelassen. Davon trinkt man täglich bis zu zwei Tassen.

Verwendete Pflanzenteile: Getrocknete Wurzeln und Wurzelstöcke von Angelica archangelica.

Hinweise: Nicht anwenden bei Diabetis und während der Schwangerschaft. Nicht anwenden bei Magen- oder Darmgeschwüren, da die Engelwurz die Säureproduktion anregt. Angelikawurzel regt die Säureproduktion an und sollte daher nicht bei Magen- oder Darmgeschwürden verwendet werden.

Blauer Eisenhut

Blauer Eisenhut – Beschreibung: Es handelt sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 50 bis 150 Zentimeter erreicht. Die dunkelgrünen Laubblätter sind handförmig und fünf- bis siebenfach geteilt. Die Pflanze treibt sechs bis neun dunkelblaue Blüten, die in endständigen Trauben auftreten.

Inhaltsstoffe: Akonitin (ein Alkaloid), andere Alkaloide, Napellin.

Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Kraut und Knolle. Der Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas und Alle Pflanzenteile sind giftig!

Wirkung von Eisenhut und Anwendung: Eisenhut ist stark giftig und nur homöopathisch anwenden.

blauer eisenhut Blauer Eisenhut &tagsBlauer Eisenhut wirkt beruhigend und kann bei Herzbeschwerden, Neuralgien, Schmerzen, Erkältung, Bronchitis, Fieber und Gicht hilft.

Heilwirkung: Der Eisenhut kann auch gegen Neuralgien, bei fieberhafte Erkältungskrankheiten, entzündliche Erkrankungen, bei Herzfunktionstörungen und Nervenschmerzen helfen.

Wichtige Hinweise! Alle Pflanzenteile, besonders jene der Wurzel, sind stark giftig. Bereits 0,2 g der Wurzel bewirken Vergiftungserscheinungen, 2 g der Wurzel sind tödlich. Das Gift blockiert die Muskelendplatten und führt zu Herzarhythmien, Krämpfen und Kreislauflähmungen. Eine Vergiftung durch Eisenhut macht sich erst durch ein Prickeln auf den Lippen und eine Taubheit der Zunge bemerkbar. Die Betäubung erfasst danach allmählich den ganzen Körper. Der Herzrhythmus beschleunigt sich und der Tod tritt meistens infolge einer Lähmung der oberen Atemmuskulatur ein.

Eibisch

Eibisch (Althaea officinalis) – Beschreibung: Der Echte Eibisch ist eine aufrechte, mehrjährige krautige Pflanze mit kräftigen Stängeln. Er erreicht eine Größe von 60 bis 150 cm. Er ist eine wertvolle Bienenfutterpflanze. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter und der Stempel zu einer Röhre verwachsen, dem sogenannten Androgynophor.

Inhaltsstoffe: Die Wurzel enthält ungefähr 10 bis 20 % Schleimstoffe (in den Blüten 5 bis 9 %), der sich hauptsächlich aus Polysachariden zusammensetzt. Außerdem enthält sie bis zu 16 % Pektin und bis zu 37 % Stärke, Spuren von ätherischem Öl, fettes Öl, Gerbstoffe und Sterole.

Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Blätter und Blüten.

Wirkung von Eibisch und Anwendung: Eibisch wirkt reizlindernd, hemmt die Aktivitäten der Flimmerhaare in den Bronchien und wird daher noch immer in Hustentees verwendet. Die heilenden Eigenschaften des Eibisch wurden schon im 9. Jahrhundert v. Chr. beschrieben. Die Wirkstoffe sitzen in den Wurzeln. Zu Pulver zerriebene Wurzeln verarbeitete man früher zu weichen Pastillen und nahm sie bei Halsentzündungen oder Husten.

eibisch althaea officinalis Eibisch &tagsZahnenden Kleinkindern gab man übrigens früher die Wurzel zum Kauen; getrocknete Wurzelstücke gelten als die ältesten Hustenbonbons.

Heilend soll auch der Tee wirken, der als Kaltauszug aus der Wurzel zubereitet wird. Drei Teelöffel Wurzel werden mit kaltem Wasser übergossen und acht Stunden stehen gelassen. Nur leicht erwärmt trinken. Er hilft bei Erkrankungen der Atemwege und der Harnorgane sowie bei Magen und Darmkatarrhen. Äußerlich angewendet wird der Kaltwasserauszug als Gurgelwasser und zu Umschlägen bei Hautkrankheiten verwendet. Eibischextrakte werden auch in Hautkosmetika verwendet.

Auch in der Kosmetikindustrie wird Eibisch häufig verwendet.

Heilwirkung: Eibisch wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, tonisierend und hilft bei Erkältungen, Bronchitis, Husten, Luftröhrenentzündungen, Halsentzündungen, Heiserkeit, Mundschleimhautentzündungen, Magenschleimhautentzündungen, Magenübersäuerung, Magengeschwür, Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Epilepsie, Mundgeruch, Blasenentzündung, Blasensteine, Wunden, Leichte Verbrennungen, Feuchte Ekzeme, Trockene Haut, Rissige Haut, Bisse, Splitter, Insektenstiche, Quetschungen, Furunkel und Muskelkater.

Ehrenpreise

Ehrenpreise (Veronica officinalis) – Beschreibung: Der Echte Ehrenpreis ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20 Zentimetern erreicht. Der niederliegende bis aufsteigende Stängel ist graugrün, weich behaart, oben drüsig und wurzelt manchmal. Er bildet vegetativ oft kleine Teppiche. Die breit lanzettlichen bis eiförmigen Laubblätter sind kurz gestielt (2 bis 6 mm) und am Rand fein gesägt.

Sie bilden dichtblütige, gestielte traubige Blütenstände. Die hellblau, blasslila oder weißlichen Blüten haben einen Durchmesser von 6 bis 7 mm. Die Blütenstiele sind kürzer als die dreieckige, abgeflachte Kapselfrucht. Blütezeit ist von Juli bis September.

Inhaltsstoffe: Iridoidglycoside (0,5-1%) wie Aucubin, Catalpol sowie Catapolester; des weiteren Flavonoide, besonders Flavone (Apigenin, Luteolin), Triterpensaponine, geringe Mengen Gerbstoffe, Mannitol, ß-Sitosterol, Chlorogensäure und Kaffeesäure.

Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

ehrenpreise veronica officinalis Ehrenpreise &tagsWirkung von Ehrenpreise und Anwendung: Im Medizinischen Bereich wird vorrangig das Kraut genutzt – Herba Veronicae (Syn. Veronicae herba, Herba Betonicae). Das Ehrenpreiskraut wurde in der Volksheilkunde vorrangig bei Erkrankungen und Beschwerden der Atemwege, bei Gicht, Rheuma sowie bei Verdauungsbeschwerden empfohlen. Heute wird er nur noch vereinzelt in Erkältungsteemischungen eingesetzt, wo er eine leichte hustenauswurffördernde Wirkung hat. Äußerlich wird er als Gurgelmittel bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhäute erwähnt. Da zu den Anwendungsbereichen keine oder nur unzureichend fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, wird von einer Anwendung eher abgeraten.

Weitere Verwendung: In der Homöopathie wird der Ehrenpreis bei chronischer Bronchitis, Blasenkatarrhen sowie chronischen Hauterkrankungen genutzt.

Heilwirkung: Ehrenpreise wirkt beruhigend, blutreinigend, harntreibend, schleimlösend, schweisstreibend, tonisierend und hilft Erkältung, Husten, Schnupfen, Asthma, Bronchitis, Halsentzündung, Appetitlosigkeit, Magenschwäche, Verdauungsschwäche, Durchfall, Leberschwäche, Übergewicht, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Blasenentzündung, Blasenstein, Rheuma, Gicht, Menstruationsstörungen, Abszesse, Altersjucken, Hautprobleme (wie Ekzeme, Juckreiz, Neurodermitis, Akne), Verbrennung und Augenentzündung.

Efeu

Efeu (Hedera helix) – Beschreibung: Der gemeine Efeu ist eine immergrüne, mehrjährige Pflanze, die durch Haftwurzeln in der Lage ist, an Bäumen und Mauern emporzuklettern; dabei erklimmt sie Höhen von bis zu 20 Metern. Der Gemeine Efeu ist der einzige einheimische Wurzelkletterer in Mitteleuropa. Fehlen Mauern oder ähnliche Klimmstützen, so überwuchert der Efeu gelegentlich flächendeckend den Boden. Efeu kann ein Höchstalter von 450 Jahren erreichen.

Inhaltsstoffe: Efeu enthält Triterpensaponine, ätherisches Öl, Helixin, Hederin, Polyine, Steroie, Flavonoide.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter.

Wirkung von Efeu und Anwendung: Sämtliche Pflanzenteile des Gemeinen Efeus sind auf Grund des Saponingehalts giftig. Naturheilkundler kennen schon lange die heilende Wirkung der Pflanze. efeu hedera helix Efeu &tagsSeit durch aktuelle Forschungsanstrengungen der Wirkmechanismus entschlüsselt werden konnte, finden Zubereitungen aus Efeublättern wegen ihrer entkrampfenden Eigenschaften verstärkt Verwendung in Mitteln gegen Bronchitis; sie werden gerne in der Kinderheilkunde eingesetzt.

Efeublätter werden in sehr geringen Mengen außerdem in Bronchialtees verwendet, da ihr Gehalt an Saponinen den Abtransport des Schleims verbessert. In der Volksheilkunde wird ein Efeu-Umschlag bei Nervenschmerzen empfohlen.

Die ethaltenen Saponine wirken schleimlösend und erleichtern das Abhusten von Schleim bei Atemwegserkrankungen. Aufgrund ihrer entkrampfenden Eigenschaften finden sie Verwendung in Mitteln gegen Bronchitis.

Heilwirkung: Efeu wirkt entkrampfend und hilft Bronchitis, Geschwüre, Gicht, Keuchhusten, Menstruationsregelnd, Rheuma, Schmerzen, Schweisstreibend, Fiebersenkend, Wunden und Zellulitis.

Eberesche / Vogelbeere

Eberesche / Vogelbeere (Sorbus aucuparia) – Beschreibung: Mit einer durchschnittlichen Höhe von 15 m ist die Eberesche ein eher kleinwüchsiger Baum. Die gefiederten Blätter erinnern an die Esche. Verwendet werden die reifen, leuchtend roten Beeren.

Inhaltsstoffe: Eberesche enthält viel Vitamin C, Äpfelsäure und Gerbstoffe, Sorbitol, Sorbitansäure, Zitronensäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure, Spuren der Parasorbinsäure (leicht giftig), Bitterstoff, Pektin, ätherisches Öl.

Verwendete Pflanzenteile: Früchte.

Wirkung von Eberesche / Vogelbeere und Anwendung: Die Früchte kann man als Saft, Marmelade oder Gelee einnehmen. Auch als Tee kann man die Früchte anwenden.

eberesche vogelbeere Eberesche / Vogelbeere &tagsAuch wenn sich im Volksglauben hartnäckig das Gerücht hält, die Früchte seien giftig, ist dies nicht richtig. Allerdings enthalten die Beeren Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann. Durch Kochen wird die Parasorbinsäure zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist. Gekochte Beeren können daher auch in größeren Mengen gegessen werden. Tatsächlich sind Vogelbeeren aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts (bis zu 100 mg pro 100 g Beeren, das allerdings beim Kochen weitgehend zerstört wird) sehr gesund und waren früher ein wichtiges Mittel gegen Skorbut. Sie enthalten außerdem Provitamin A und Sorbit, einen Zuckeraustauschstoff.

Die Naturheilkunde schreibt Blättern und Blüten eine besondere Heilwirkung zu. Getrocknet finden diese u. a. in Tees gegen Husten, Bronchitis und Magenverstimmungen Verwendung. Auch werden sie bei Hämorrhoiden, Verdauungsbeschwerden, Rheuma und Gicht eingesetzt. Sänger und Redner nutzen die Vogelbeeren z. B. auch, um ihre Stimmbänder geschmeidig zu halten. Laut Kräuterpfarrer Künzle sollen Vogelbeeren zähen Schleim von den Stimmbändern lösen und so bei Heiserkeit wertvolle Dienste leisten.

In der evidenzbasierten Medizin wird ein Auszug aus Sorbus intravenös zur Senkung des Augeninnendrucks bei Glaukom gespritzt. Aus der Sorbose der Vogelbeeren wird ein Zuckerersatz für Diabetiker gewonnen.

Heilwirkung: Eberesche / Vogelbeere wirkt harntreibend, immunsystemsteigernd und hilft bei Leberprobleme, Gallenprobleme, Verdauungsbeschwerden, Skorbut, Durchfall und Bronchitis.

Diptam

Diptam – Beschreibung: Diptam ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Sie entwickelt im Frühsommer traubige Blütenstände. Die zygomorphen Blüten sind weiß (selten!; der wissenschaftliche Artname albus bezieht sich auf die weißlichen kriechenden Erdsprosse), dunkelgeadert rosa oder lila und haben lange Staubblätter.

Inhaltsstoffe: Die Pflanze enthält in ätherischen Ölen gelöst hautreizende Furanocumarine wie Bergapten, Xanthotoxin und Psoralen sowie Furochinolinalkaloide; Thymolmethyläther, Pinen, Anethol, Estragol, Myrcen, Limonen, Cineal, Alkaloide wie Skimmianin, Fagrain und Dictamin, außerdem Saponine, Bitterstoffe, Anthocyane und Flavonglykoside.

Die drüsige Beborstung enthält phototoxische Stoffe, die bei Berührung mit der Haut und nachfolgender Besonnung zu schweren, oft langwierigen verbrennungsartigen Verletzungen führen können.

diptam Diptam &tagsVerwendete Pflanzenteile: Da der Diptam sehr selten ist, ist die Pflanze geschützt und darf daher nicht gesammelt werden.

Wirkung von Diptam und Anwendung: Die Volksheilkunde sagte der Pflanze fiebersenkende, bakterizide sowie auswurffördernde Wirkungen nach und verwendete eine aus den Blüten und Blättern gewonnene Tinktur als “gutes” Einreibemittel gegen Rheumatismus.

Heilwirkung: Diptam wirkt antibakteriell, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, tonisierend und hilft bei Blähungen, Fieber, Menstruations fördernd, Nervenschwäche und Verdauungs fördernd.

Wichtige Hinweise: Nicht in der Schwangerschaft anwenden!