Melisse

Melisse (Melissa officinalis) – Beschreibung: Die Melisse ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen bis 80 Zentimeter erreicht. Der stark verzweigte Stängel ist dünn, vierkantig und spärlich behaart. Die Pflanze verfügt über Drüsenhaare, die beim Zerreiben einen starken Zitronengeruch hervorrufen. Die nur wenig behaarten bis kahlen Blätter (Melissenblätter) sind eiförmig bis rombisch mit grob regelmäßig gezähntem Rand. Die Blüten werden 1 bis 1,5 cm lang und stehen zu 3 bis 12 in achselständigen Scheinquirlen.

Inhaltsstoffe: Melisse enthält ätherische Öle (Hauptbestandteile Citral und Citronellal, Linalool, Geraniol und Aldehyde) aber auch Gerbstoffe, Bitterstoffe, Harz, Schleimstoffe, Glykoside, Saponine, Thymol und Vitamin C.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und ätherische Öle.

Melisse Wirkung und Anwendung: Arabische Ärzte haben sie bei Angstzuständen, nervös bedingten Kopfschmerzen und Herzproblemen eingesetzt, sie waren es auch, die die Melisse zur Iberischen Halbinsel brachten.

Hildegard von Bingen (1098-1179) soll geschrieben haben, eine Tasse Melissentee vor dem Schlafengehen getrunken bringe gute Träume.

Wissenschaftlich anerkannt ist die heilende Wirkung von Melisse bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen. Besonders empfehlenswert ist eine Anwendung zusammen mit Hopfen und Baldrian.

Bei der Behandlung von Herpes labialis ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Verwechslung mit ätherischem Citronellaöl vorliegt, das im Handel hauptsächlich als Melissenöl verkauft wird. Denn Citronellaöl hat komplett andere Eigenschaften als Melissenöl und wirkt hier sehr hautreizend. Melissenöl wird bei Herpes labialis im Anfangsstadium verwendet und lässt die Infektion gut abklingen.

Ätherisches Melissenöl hat starke antivirale, entzündungshemmende, schlaffördernde und beruhigende Eigenschaften.

Heilwirkung: Melisse wirkt anregend, antibakteriell, aufmunternd, beruhigend, entspannend, krampflösend, kühlend, pilzhemmend, schmerzstillend, schweisstreibend, virushemmend und hilft bei Erkältungskrankheiten, Bronchitis, Asthma, nervös bedingte Einschlafstörungen, Herzbeschwerden, Migräne und Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfe, Magenleiden, Angstzustände, Wechseljahrsbeschwerden, Gicht, Rheuma, Neuralgien.

Meisterwurz

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium) – Beschreibung: Die Meisterwurz ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Die fleischige, geringelte Wurzel ist außen aschgrau, innen weiß und ausdauernd, treibt einen 60 bis 90 cm hohen, ästigen Stängel und hat eirunde, spitze, am Rande eingekerbte oder dreilappige Blätter und große, weiße, ganz platte Blumenschirme, die im Juli an den Stängeln und Astspitzen zum Vorschein kommen.

Inhaltsstoffe: Meisterwurz enthält ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gummi, Harz, Imperatorin, Kumarine, Ostrutol, Oxipeucedanin, Peucedanin, Stärke.

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel.

Wirkung von Meisterwurz und Anwendung: Die große Pflanze, vor allem aber die Wurzel strömt einen starken, gewürzhaften Geruch aus und hat einen heißen, den ganzen Mund ausfüllenden, langanhaltenden Geschmack. Im Winter und Frühling ist sie am kräftigsten, deshalb wird sie um diese Zeit auch zu medizinischen Zwecken gesammelt.

Man bedient sich volksmedizinisch der Wurzel bei Lähmungen der Zunge, bei Mutterkrämpfen, hartnäckigen Fiebern. Die Wurzel ist auch als schleimlösendes und zerteilendes Mittel bei Engbrüstigkeit usw. geschätzt, sie wirkt außerdem harntreibend und magenstärkend.

Man kann einen Tee kochen oder sie als Tinktur verwenden.

Heilwirkung: Meisterwurz wirkt beruhigend, schleimlösend, harntreibend, magenstärkend, tonisierend und hilft bei Erkältungen, Husten, Asthma, Bronchitis, Blähungen, Fieber, Gebärmutterkrämpfe, Magenprobleme, Rheuma und Gicht.

Meerzwiebel

Meerzwiebel (Urginea maritima) – Beschreibung: Die Pflanze wird 50 bis 150 Zentimeter hoch. Sie überwintert mit ihrer Zwiebel. Diese kann mehr als 15 Zentimeter im Durchmesser messen, wird bis zu drei Kilogramm schwer und ragt oft aus dem Boden heraus.

Inhaltsstoffe: Glykoside (giftig)

Verwendete Pflanzenteile: Zwiebel.

Wirkung von Meerzwiebel und Anwendung: Die Zwiebel der Pflanze (Scillae bulbus) ist im Deutschen Arzneibuch aufgeführt. Verwendet werden die nach der Blütezeit gesammelten und getrockneten Zwiebelschuppen der weißzwiebeligen Rasse. Die arzneiliche Bedeutung der Meerzwiebel beruht auf dem Gehalt der Zwiebelschuppen an herzwirksamen Glykosiden. Die Scilla-Glykoside zählen nach ihrem chemischen Aufbau zur Gruppe der Bufadienolide – benannt nach der Krötengattung Bufo, aus deren Gift ähnliche herzwirksame Verbindungen isoliert wurden. (Eine zweite Gruppe von Herzglykosiden sind die Cardenolide. Zu ihnen gehören die Glykoside der Digitalis- und Strophantus-Arten.) Hauptglykosid der Meerzwiebel ist das Glucoscillaren A. Aus ihm entstehen beim Trocknen unter anderem Scillaren A und Proscillaridin. Die Scilla-Glykoside wirken positiv inotrop (herzstärkend), blutdrucksenkend und stark entwässernd (diuretisch). Durch sie schlägt das Herz langsamer und kräftiger. Scilla-Glykoside können unter anderem bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Angina Pectoris oral angewandt werden. Verglichen mit dem Digitalisglykosid Digitoxin wirkt Scillaren A schneller und intensiver, reichert sich aber im Körper kaum an (Kumulation).

Heilwirkung: Meerzwiebel wirkt schleimlösend, auswurffördernd und hilft gegen Gelbsucht, Asthma und Krämpfe.

Achtung! Meerzwiebel ist giftig.

Meerrettich

Meerrettich (Armoracia rusticana) – Beschreibung: Der Meerrettich ist eine bis zu 1,20 m hoch wachsende Staude. Die Meerrettichstange wird 30 bis 40 cm lang und 4 bis 6 cm dick. Die Wurzel trägt am Ende Seitentriebe.

Inhaltsstoffe: Meerrettich enthält Vitamin C, Vitamine B1, B2 und B6, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie die Senfölglykoside Sinigrin und Gluconasturtiin, aus denen sich Senföle bilden, die unter anderem antibiotisch wirken.

Verwendete Pflanzenteile: Die Wurzel wird im Herbst und getrocknet oder frisch als Gewürz verwendet.

Meerrettich Wirkung und Anwendung: Der Meerrettich soll zunächst als Heilpflanze und dann erst als Gewürz eingesetzt worden sein. Meerrettich ist sehr nützlich für die Gesundheit. Im Mittelalter gab es eine ganze Liste von Krankheiten, gegen die er verabreicht wurde, etwa Vergiftungen, Ohrenweh und Dreitagefieber. Heutzutage wird Meerrettich verwendet, um die Abwehrkräfte zu stärken und vor Erkältungskrankheiten zu schützen. Der Meerrettich enthält sehr viel Vitamin C. Die in den Apotheken käufliche Radix Armoraciae ist in Heilmitteln gegen Grippe und Harnwegsinfektionen enthalten. Er wirkt blutkreislaufanregend, hustenlösend und wird äußerlich als Breiumschlag bei Rheuma, Gicht, Insektenstichen, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt. Auch bei Kopfschmerzen soll es helfen. Dazu muss man ein wenig Duft des geriebenen Meerrettichs einatmen, wodurch leichte Verspannungen gelöst werden. Der Meerrettich soll auch wirksam gegen Magen-Darm-Störungen sein und auf die Absonderung des Gallensaftes (Fettverdauung!) günstig wirken. Zusätzlich enthält der Meerrettich auch bakterienhemmende (antibiotische) und krebsvorbeugende Stoffe. Das sind schwefelhaltige Substanzen, die auch im Knoblauch vorkommen (wie Allicin, Sinigrin), und den Meerrettich zu einem sehr gesunden Gewürz machen. Bei Blasen- und Nierenleiden soll man keinen Meerrettich essen, da große Mengen Meerrettich Nierenbluten auslösen können. Meerrettich eignet sich auch nicht für Patienten mit Magengeschwüren oder Schilddrüsenfehlfunktionen.

Die Wurzel der Meerrettich Pflanze wird als Gemüse bzw. Gewürz verwendet.

Insbesondere in den Meerrettichanbaugebieten gehören Gerichte mit Meerrettich zum Alltag. Neben dem geriebenen Meerrettich zu kalten Speisen, wie Räucherfisch oder auch Wurstplatten, findet in Franken die Meerrettichsauce zum gekochten Rindfleisch ihren Platz auf den Speisekarten. Auch zu gedünstetem Fisch passt eine Meerrettich-Creme.

Heilwirkung: Stärkt das Immunsystem und beugt Erkältungen vor. Ausserdem wirkt er hustenlösend und blutkreislaufanregend. Äusserlich verwendet man ihn bei Rheuma, Gicht und Insektenstichen.

Mariendistel

Mariendistel (Silybum marianum) – Beschreibung: Diese bis zu 150 cm große krautige Pflanze stammt ursprünglich aus Südeuropa, Südrußland, Kleinasien und Nordafrika. Man erkennt Sie an ihren großen, grün weiß marmorierten Blättern, die dornig gezähnt sind.

Inhaltsstoffe: Mariendistel enthält Silibinin, Silymarin, ätherische Öle, Bitterstoffe, Biogene Amine, Flavonoide, Gerbstoff, Farbstoffe.

Verwendete Pflanzenteile: Mariendistelfrüchte und Kraut.

Mariendistel Wirkung und Anwendung: In der evidenzbasierten Medizin werden Lebervergiftungen (beispielsweise durch den Verzehr von Knollenblätterpilzen hervorgerufen) mit Silibinin, das aus den Früchten der Distel gewonnen wird, behandelt. Sylimarin verändert die Struktur der äußeren Zellmembran der Hepatozyten derart, dass Lebergifte nicht in das Zellinnere eindringen können. Sylimarin stimuliert die Aktivität der nukleolären Polymerase A, so dass es zur gesteigerten ribosomalen Proteinsynthese kommt. Dadurch wird die Regeneration der Leber erhöht.

In klinischen Studien zeigten sich auch Erfolge bei der Prävention von Haut- und Prostatakrebs, was mit der antioxidativen Wirkung begründet wird.

Mariendistel kann man innerlich, als Tee (Mariendisteltee) gegen Leberprobleme und Hepatitis einsetzen.

Heilwirkung: Mariendistel wirkt leberschützend, leberstärkend, entgiftend, adstringierend, anregend, tonisierend und hilft hauptsächlich bei Lebererkrankungen, außerdem bei Gallenbeschwerden, Hepatitis, Reisekrankheit, Magen- und Darmbeschwerden, Migräne, Reisekrankheit, evtl. Trigeminusneuralgie, Krampfadern, Pfortaderstauung.

Mariendistel Nebenwirkungen: Mariendistel enthält Silymarin und es kann in Einzelfällen leicht abführend wirken. Über mögliche Nebenwirkungen in der Stillphase liegen keine Daten vor.

Malve

Malve (Malva sylvestris) – Beschreibung: Zwischen 30 und 120 cm hohe Pflanze mit ästigen, gebogenen Stängeln und lang gestielten, gelappten und gezähnten Blättern. Zwischen Mai und September entwickelt die Pflanze gestielte fünfzählige, 2,5-5 cm breite, rosaviolette Blüten.

Inhaltsstoffe: Malve (Blätter und Blüten) enthält Schleimstoffe, ätherisches Öl, Gerbstoffe.

Verwendete Pflanzenteile: Medizinisch verwendet werden die Blätter und Blüten (für Malventee).

Malve & Malventee Wirkung und Anwendung: Verwendet wird meist nur Blätter und Stängel, die man üblicherweise kurz vor der Blüte sammelt. Aber auch Blüten und Wurzeln werden u.a. für den Malventee genutzt. Wirksame Bestandteile sind Gerbstoffe, Schleim, Flavonolglykoside und Malvin. Die Droge wird wegen ihrer Heilwirkung auch in der Pflanzenheilkunde eingesetzt. Sie wirkt entzündungshemmend, reizlindernd und zusammenziehend. Außerdem findet sie als Unterstützungsmittel bei Entzündungen des Mundes, des Rachens und der Atemwege mit Verschleimung, sowie bei eitrigen Verletzungen und Geschwüren (Nagelbettentzündungen, Furunkel, Unterschenkelgeschwüren usw.) Verwendung. Ihre krampflösende Wirkung entfaltet die Pflanze auch bei Magen- und Darmkoliken sowie bei leichten Durchfällen. Die Aufnahme anderer Arzneistoffe kann durch Malvenpräparate herabgesetzt werden. Deshalb sollte zwischen der Einnahme malvenhaltiger Drogen und anderer Arzneimittel mindestens eine Stunde Abstand liegen.

Von der Lebensmittelindustrie werden die Blüten zum Färben diverser Produkte genutzt.

Heilwirkung: Malve, auch Große Käsepappel genannt, wirkt entzündungshemmend, erweichend, hustenstillend und hilft bei Entzündungen, Atemwege, Husten, Geschwüren.

Maiglöckchen

Maiglöckchen Pflanzen (Convallaria majalis) – Beschreibung: Beim Maiglöckchen handelt es sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 25 cm erreicht. Achtung! Giftpflanze.

Inhaltsstoffe: Maiglöckchen enthält Glykoside, Convallatoxin, Asparagin, Convallarin, Convallatoxol, Flavonoide, Saponine.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut.

Maiglöckchen Wirkung und Anwendung: Das Maiglöckchen ist wegen der in der Pflanze enthaltenen Glykoside zugleich Gift- und Heilpflanze. Die Glykoside des Maiglöckchens wirken ähnlich wie die Digitalisglykoside des Roten Fingerhuts. Die Inhaltsstoffe der Pflanze werden nicht nur in der traditionellen Heilkunde, sondern teilweise auch in der evidenzbasierten Medizin eingesetzt.

Das Blütenöl des Maiglöckchens wird häufig Parfüms zugesetzt.

Maiglöckchen ist giftig, deshalb es soll nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äusserlich anwenden werden.

Heilwirkung: Maiglöckchen kann bei leichter Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzwassersucht, Herzrhythmusstörungen) und bei Altersherz helfen. Außerdem wird es auch niedriger Blutdruck, Asthma, Verstopfung, Nervenschwäche, Epilepsie, Schlaganfall verwendet.

Hinweise: Die Inhaltsstoffe des Maiglöckchens sind wie alle herzwirksamen Cardenolide sehr giftig! Bei Einnahme zu großer Mengen kann Übelkeit auftreten sowie Herzrhythmusstörungen. Auch das Blumenwasser kann giftig sein.

Lungenkraut

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) – Beschreibung: Echtes Lungenkraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Die herz-eiförmigen Grundblätter sind meist derb, voll entwickelt und ungeteilt.

Inhaltsstoffe: Die Pflanze enthält unter anderem Kieselsäure, Schleime, Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe und größere Mengen Mineralien. Die Blüten enthalten einen Farbstoff, der zu den Anthocyanen gehört.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut.

Lungenkraut Wirkung und Anwendung: Echtes Lungenkraut hat heute seine Bedeutung als Heilpflanze verloren. Dennoch es wird bei Husten und Bronchitis verwendet. Da die Wirksamkeit nicht belegt ist, kann eine Anwendung nicht empfohlen werden.

Lungenkraut kann als Tee (Lungenkraut Tee) oder Pulver verwendet werden. Es sind auch keine Risiken und Nebenwirkungen erforscht.

Heilwirkung: Lungenkraut wirkt adstringierend, blutstillend, hustenreiz- und entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, schleimlösend, schweisstreibend und hilft bei Husten, Bronchitis, Katarrh der oberen Luftwege, Erkältung. Außerdem wird er auch gegen Halsschmerzen, Heiserkeit, Halsentzündung, Durchfall, Darmentzündung, Hämorrhoiden, Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung, Augenentzündung, Wunden, Pickel verwendet.

Löwenzahn

Löwenzahn (Taraxacum officinale) – Beschreibung: Der Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 30 cm erreicht und in allen Teilen einen weißen Milchsaft enthält.

Inhaltsstoffe: Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Löwenzahns sind Inulin, Cholin, Ascorbinsäure, Nicotinsäure, Retinol, Harze, Triterpene (Taxasterolderivate), ein hoher Kaliumgehalt sowie die Bitterstoffe Taraxacin, Taraxacerin, Taraxasterol und Taraxerol. Außerdem enthält er auch Mineralien und Vitamine.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut mit Wurzel.

Löwenzahn Wirkung und Anwendung: Die Bitterstoffe, Harze und Triterpene im Milchsaft der Pflanze können beim Verzehr größerer Mengen zu Magen-Darm-Beschwerden mit Bauchschmerzen, Brechreiz und Durchfall führen. Eine kritische Dosis der Giftstoffe im Löwenzahn ist jedoch nicht bekannt.

Der Milchsaft des Löwenzahns wurde früher zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet. In der Volksheilkunde wird er zur so genannten Blutreinigung, bei rheumatischen Erkrankungen und zu deren Vorbeugung, bei Gicht, Ekzemen, Lebererkrankungen und zur Diurese angewendet.

Wie beim Schöllkraut wurde der Milchsaft auch zur Behandlung von Warzen gebraucht. Heutzutage wird die Pflanze auch zur Aktivierung des Stoffwechsels verwandt. Sie regt die Bildung von Magensaft und Galle an und fördert die Ausscheidung über Leber und Niere.

Aus den Blättern dieser Pflanze kann man nämlich einen Löwenzahnsalat oder Löwenzahntee zubereiten. Der Löwenzahnhonig wird mit Löwenzahnblüten zubereitet.

Heilwirkung: Löwenzahn wirkt blutbildend, blutreinigend, harntreibend, tonisierend und hilft bei Appetitlosigkeit, Leber- und Nierenleiden, Bronchitis, Husten, Fieber, Frühjahrsmüdigkeit, Magenbeschwerden, Gallebeschwerden, Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Rheuma, Gicht, Verstopfung, Hämorrhoiden, Allergien, Pickel, Ekzem, Warzen.

Lorbeer

Lorbeer (Laurus nobilis) – Beschreibung: Der Echte Lorbeer ist ein als Strauch oder Baum (Lorbeerbaum) wachsendes Laubgehölz mit ledrigen, oberseits glänzenden, aromatisch duftenden Blättern. Er ist immergrün.

Inhaltsstoffe: Lorbeer enthält ätherisches und fettes Öl, Bitterstoff, Borneol, Kampfer, Cineol, Terpene, Sesquiterpene, Methyleugenol, Carvacrol, Eugenol, Salicylate, Thymol, Valeriansäure, Beta-Sitosterol.

Verwendete Pflanzenteile: Frucht, Öl und Blätter.

Lorbeer Wirkung und Anwendung: Der Echte Lorbeer wird als Gewürzpflanze verwendet: Die aromatischen Blätter des Lorbeerbaums passen zu Suppen, Eintöpfen, Fleischgerichten aber auch zu Fisch. Sie dienen zur Würzung von eingelegten Gurken und Heringen, für Sülzen und zur Essigaromatisierung.

Lorbeeröl ist eine butterartige, grünliche Masse, die bei circa 30 °C schmilzt und durch Auspressen der Lorbeerfrüchte gewonnen wird. Es besteht zu circa 95 % aus fettem Öl und zu 5 % aus ätherischem Öl. Lorbeeröl dient medizinisch zum Einreiben, hilft bei Prellungen, Verstauchungen und rheumatischen Beschwerden. Außerdem findet das Öl heute Anwendung als Duftkomponente in der Parfümerie.

Frucht wurden früher als Antiparasitika verwendet, zum Beispiel gegen Läuse und Krätzmilben, werden aber wegen der häufig auftretenden allergischen Kontaktdermatitis heute nicht mehr angewendet.

Heilwirkung: Lorbeer (Lorbeerblatt) wirkt adstringieren, anregend, antibakteriell, harntreibend, kräftigend, schleimlösend, schweisstreibend und hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Frauenbeschwerden, Menstruations fördernd, Verdauungsfördernd.

Lorbeeröl dient medizinisch zum Einreiben, hilft bei Prellungen, Muskelschmerzen, Verstauchungen und rheumatischen Beschwerden.

Hinweise: Lorbeer sollte nicht in grösseren Mengen in der Schwangerschaft verwendet werden.