Herbstzeitlose

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) – Beschreibung: Die Herbstzeitlose ist eine mehrjährige, ausdauernde krautige, stark giftige Pflanze, die Wuchshöhen von 8 bis 30 cm erreicht.

Inhaltsstoffe: Herbstzeitlose enthält das giftige Alkaloid Colchicin, weitere Alkaloide, Öl, Proteine, Gerbstoffe.

Verwendete Pflanzenteile: Medizinisch verwendet werden die Samen, Blüten und Knollen.

Herbstzeitlose Wirkung und Anwendung: Neben dieser toxischen Wirkung findet Colchicin aber auch Anwendung in der Medizin und bei der Pflanzenzucht.

In der richtigen Dosis kann man Colchicin zur Behandlung von Gelenkschmerzen bei Gicht verwenden, wobei hier mittlerweile aufgrund der starken toxischen Wirkung bei falscher Dosierung meist andere Medikamente eingesetzt werden. Demecolcin wird u.a. in der Krebstherapie eingesetzt.

Herbstzeitlose Wirkung und AnwendungIn der Homöopathie wird aus den zerkleinerten und in Alkohol angesetzten frischen Zwiebelknollen (im Herbst gesammelt) der Herbstzeitlosen das Homöopathikum Colchicum autumnale, hergestellt, welches zum Beispiel bei Gicht, Gastroenteritis, Rheuma, Schwangerschaftsübelkeit, Katarakt und Perikarditis verabreicht wird. In Deutschland ist Colchicum autumnale verschreibungspflichtig bis einschließlich D3 Potenz.

In der Pflanzenzucht verwendet man Colchicin zur Polyploidisierung und damit zur Vergrößerung von Zuchtpflanzen, wie zum Beispiel bei Erdbeeren. Diese Wirkung wird erzielt, da Colchicin die Mitose unterbricht, so dass sich die DNA-Menge im Zellkern bei jeder unterbrochenen Teilung verdoppelt, wodurch jede einzelne Zelle weitaus größer wird.

Fertigpräparate werden üblicherweise aus der Knolle der Herbstzeitlose hergestellt.

Heilwirkung: Herbstzeitlose hilft gegen Gelenkschmerzen bei Gicht. Außerdem kann es auch gegen Rheuma, Neuralgien, Hautkrebs, Leukämi angewendet wird.

Giftigkeit (Herbstzeitlose Vergiftung): Es kommt immer wieder zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung mit dem Bärlauch.

Vergiftungserscheinungen treten meist erst mit zwei bis sechs Stunden Verzögerung ein. Die Symptome äußern sich zunächst in einem Brennen im Mund. Es folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen mit oft blutigen Durchfällen. Je nach Dosis kann es vor allem bei Kindern bis zum Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen kommen, häufig beobachtet man auch Nierenschädigungen. In der Literatur wird eine Sterblichkeit von 90 Prozent angegeben. Als tödliche Dosis gelten bei Erwachsenen etwa 20 mg, entsprechend etwa 5 g Samen oder etwa 50 g Blättern.