Berberitze

Berberitze – Beschreibung: Es handelt sich um einen sommergrünen, mit Blattdornen bewehrten Strauch, der Wuchshöhen von 1 bis 3 Metern erreicht. Die Zweige weisen ein- bis siebenteilige Dornen (umgewandelte Blätter der Langtriebe) auf, aus deren Achseln Laubblätter (an Kurztrieben) entspringen. Die Rinde ist äußerlich gelbbraun bis grau, innerlich leuchtend gelb.

Die stark und unangenehm riechenden Blüten sind gelb, halbkugelig-glockig und finden sich in bis zu dreißigblütigen traubigen Blütenständen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Staubfäden der Blüten reagieren auf Berührungsreize der Staubfäden-Innenseite, sie klappen die Staubbeutel nach innen und stäuben den Kopf des besuchenden Insekts mit Blütenstaub ein. Der Strauch trägt von August bis Oktober rote bis zu 1 cm lange Beeren.

Inhaltsstoffe: Früchte enthält Vitamin C, Capsanthin, Gerbsäure, Hyperosid; Wurzelrinde enthält Alkaloide, Berberin, Gerbsäure und Jatrorrhizin.

Verwendete Pflanzenteile: Früchte, Blätter und Wurzelrinde.

Berberitze Wirkung und AnwendungWirkung von Berberitze und Anwendung: Die Berberitze ist eine Heil- und Giftpflanze. Die Hauptwirkstoffe sind Berberin (ein Isochinolin-Alkaloid) und Berbamin (ein Bisbenzylisochinolin), die in allen Pflanzenteilen, bis auf ihre Früchte und Samen enthalten sind. Sie können bei Verzehr, beispielsweise durch Essen der Rinde, eine leichte Vergiftung hervorrufen. Eine Einnahme von mehr als 0,5 g Berberin, was etwa 4 g Berberitzenwurzelrinde entspricht, kann zu Nasenbluten, Benommenheit und Atembeschwerden führen. Eine Reizung der Haut, Augen und Nieren sowie Magen- und Darmbeschwerden sind möglich. Hohe Dosen können nach starker Atemnot und unter Krämpfen prinzipiell zum tödlichen Atemstillstand führen.

Die roten Früchte der Berberitze sind weitgehend frei von Berberin und Berbamin und daher essbar. Sie sind sehr vitaminreich und schmecken säuerlich. Traditionell werden sie in Europa zur Konfitürenbereitung genutzt. Die Beeren der Berberitze werden in orientalischen Ländern, vor allem im Iran zum Kochen verwendet. Dort werden sie vor allem zur Würzung (süß-sauer) von Reis (z. B. Sereschk Polo), aber auch von Fisch und Braten verwendet.

Früchte wirkt antibakteriell, schleimlösend, schweisstreibend, Atmungs anregend und hilft bei Kräftigungsmittel, Zahnfleischentzündungen.

Wurzelrinde wirkt antibakteriell, harntreibend, adstringierend und hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Kreislauffördernd, Verstopfung, Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden.

Eine aus der getrockneter Wurzelrinde zubereitete Tinktur kann in der zweiten bis sechsten Potenz bei Gallenblasenentzündungen, Gallenkoliken, Hämorrhoiden, Nierenleiden, Nierenbeckenentzündung und bei Rheumatismus angewandt werden.

Heilwirkung: Berberitze hilft bei Leberfunktionsstörungen, Gallenleiden, Magen-Darm-Beschwerden, Ekzeme, Gelbsucht und Verdauungsstörungen.