Beinwell

Beinwell – Beschreibung: Die mehrjährige krautige Pflanze bildet ein Rhizom aus. Sie wird zwischen 30 cm und einem Meter hoch. Die Stängel sind aufrecht, ästig und besitzen eine steife Behaarung. Die großen, ei- bis lanzettförmigen Blätter werden bis 25 cm lang und laufen deutlich am Stängel herab. Wie dieser sind auch sie borstig behaart. Die Pflanze blüht von Mai bis September meist violett, aber auch weißlich-gelb. Die Krone wird etwa 15 mm lang mit sehr langen Schlundschuppen.

Inhaltsstoffe: Zu den Inhaltsstoffen zählen als wichtiger Inhaltsstoff das Allantoin, sowie Schleim- und Gerbstoffe, Asparagin, Alkaloide, ätherisches Öl, Flavonoide, Harz und Kieselsäure, Pyrrolizidinalkaloide.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzel.

Beinwell Wirkung und AnwendungBeinwell Wirkung und Anwendung: Die wundheilende adstringierende Eigenschaft beruht zum Teil auf dem Gehalt an Allantoin. Es regt die Zellteilung an und unterstützt sowohl innerlich als auch äußerlich die Wundheilung. Durch Allantoin kommt es zu einer Verflüssigung der Wundsekrete und dadurch kann es zu einer besseren Granulation, d.h. Neubildung von Gewebe kommen. Als Kompresse wirkt Beinwell auch schmerzstillend. Beinwell darf nicht auf tiefe Wunden aufgebracht werden, da es sonst passieren kann, dass die oberen Gewebsschichten vor den unteren heilen und dies zu Abszessen führt.

Das Beinwellblatt und/oder Beinwellwurzel wird als Tee, Tinktur und als Aufguss zur Mundspülung oder zum Gurgeln benutzt.

Kaut man übrigens die Wurzel, werden die Geschmacksnerven anästhesiert und es tritt eine deutliche Verminderung des Geschmacksempfindens ein.

In der Homöopathie wird aus der frischen Beinwellwurzel das Homöopathikum Symphytum officinalis, (Kurzform: Symph) hergestellt, welches vor allem zum Ausheilen von Frakturen verabreicht wird.

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass Beinwell auch die Pyrrolizidinalkaloide enthält, die mutagene bzw. kanzerogene Effekte haben. Aus diesem Grund soll Beinwell nicht auf längere Zeit innerlich angewendet werden; die käuflich erhältlichen Beinwellextrakte sollen äußerlich nicht länger als vier bis sechs Wochen angewendet werden. An Pyrrolizidinalkaloiden hat Beinwell eine Konzentration von 0,02 bis 0,07 %. Das ist nach der volksmedizinischen Verwendungstradition weit unterhalb der Grenze, die für den Menschen gefährlich werden kann. Durch die evidenzbasierte Medizin wird die innerliche Verwendung bei entzündlichen Magen-Darmbeschwerden nicht mehr empfohlen. In der Fachliteratur über Heilpflanzen und Wildkräuter findet sich durchgehend der Hinweis, dass der gelegentliche Konsum von ein oder zwei Blättern unbedenklich sei, größere Mengen dagegen vermieden werden sollten.

Heilwirkung: Beinwell hilft bei Gelenkschmerzen, Hautschäden, Knochenbrüche, Muskelschmerzen, Prellungen, Quetschungen, Schmerzen bei Verletzungen, Schwellungen, Verletzungen des Bewegungsapparates, Verstauchungen, Rheuma.